Seit 90 Jahren aktiv

Unruhige Zeiten: Im Versailler Vertrag wurde 1919 festgelegt, dass das „Territoire du Bassin de la Sarre“ unter französische Verwaltung kommt. Abbildung: Saar-Flagge ab 1920.

Die SPD St. Arnual wurde als "Ortsgruppe" wohl Anfang 1919 gegründet. Das ergibt sich aus alten Unterlagen. Allerdings ist die Quellenlage eher schwierig. Vereinsakten liegen kaum vor. Wichtigster Nachweis ist eine Notiz in der "Volksstimme", einer sozialdemokratischen Tageszeitung, vom 10. März 1931. Dort wird für den 14. März die "12jährige Gründungsfeier" der SPD und der Arbeiterwohlfahrt St. Arnual angekündigt. Ab 20 Uhr gab es damals "im Lokale Siegel (Franken)" unter anderem: "Theater, Verlosung, anschließend Tanz". Eingeladen waren "sämtliche Mitglieder der freien Arbeiterorganisationen".
Ansonsten finden sich in der Presse keine wesentlichen Hinweise auf Aktionen der SPD St. Arnual. In der Saargebietszeit (1920-1935) mag es wohl eine eher kleine Truppe gewesen sein. Ihr Exponent war in den Gründungsjahren sicher Fritz Allenbach, Vorsitzender in St. Arnual von 1923 bis 1926 und auf der Ebene des Unterbezirks eine geachtete Instanz. Er war auch Vorsitzender der "Großstadtsortsgruppe Saarbrücken" (1925-1933). Zwischen 1920 und 1934 war Allenbach, von Beruf Lehrer, als SPD-Stadtratsmitglied sehr rege, zeitweise in der Funktion des Fraktionsvorsitzenden (1929-1932).
Zur frühen Aktivität der Ortgruppe St. Arnual gibt es nur einen bescheidenen Hinweis in der "Volksstimme" vom 29. August 1919: "Für die Parteigenossen in St. Arnual findet am Donnerstag, 4. September, abends acht Uhr, in der Wirtschaft Fried, Saargemünder Straße, eine Mitgliederversammlung der sozialdemokratischen Partei statt. Als Referent kommt Genosse Schäfer MdR [Mitglied des Reichtags]. Die Mitglieder werden um vollzähliges Erscheinen gebeten." Weitere Hinweise gibt es von 1921 und 1923, jeweils aber ohne wesentliche inhaltliche Aussagen.
In den 30-er Jahren und insbesondere ab der Rückgliederung ins Reich, 1935, verebbte im Schatten der Zwangsherrschaft der Nazis zwangsläufig jede Aktivität. Erst nach dem Weltkrieg konnten Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten sich wieder offen engagieren. Die Wiedergründung der Ortsgruppe nach dem Krieg fand wahrscheinlich noch 1945 statt, aber es fehlt bislang an St. Arnualer Belegen aus der Protektoratszeit. Am 24. März 1946 fand laut "Neue Saarbrücker Zeitung" jedenfalls im Gasthaus "Zur Glocke" eine Mitgliederversammlung der SPS-Ortsgruppe statt. Die Sozialdemokratische Partei des Saarlandes trat vorerst an die Stelle der SPD, da unter der Ägide Frankreichs die deutschen Parteien verboten waren. Erster Vorsitzender der SPS St. Arnual war damals Ludwig Hertel. Weitere Gründungsmitglieder waren zum Beispiel Karl Amman, Hans Grimm und Karl Manz.
Ein paar Jahre später bekam die Ortsgruppe Konkurrenz: Die DSP (Deutsche Sozialdemokratische Partei), deren oberstes und auch gegen die Schwester SPS verfochtenes Ziel die Eingliederung des Saarlandes in die Bundesrepublik war, gründete sich in St. Arnual im April 1955. Erster Vorsitzender wurde Helmut Büch. Weitere Gründungsmitglieder waren Gerda Büch, Hildegard Fischer, Paul Gabriel, Walter Jung, Bernhard Kolbe, Paul Ladwein, Franz Müller und Dieter Weber.
Nach der Volksabstimmung vom 23. Oktober 1955, die eine Zweitdrittelmehrheit zugunsten Deutschlands ergab, wurde es wieder möglich, offen als SPD aufzutreten. Am 23. März 1956 gab es deshalb im Lokal Kugler eine gemeinsame Sitzung von SPS und DSP St. Arnual. Obwohl die Zeit der Rivalität auch zu mancher persönlichen Verletzung geführt hatte, vollzogen die Mitglieder an diesem Abend die gütliche Vereinigung der beiden Ortsgruppen. Diese bildeten fortan gemeinsam den neuen SPD-Ortsverein St. Arnual. Helmut Büch übernahm den Vorsitz und hatte dieses Amt bis 1963 inne. Weitere Ämter übernahmen Karl Manz (Stellvertretender Vorsitzender), Bernhard Franz (Kassierer) und Dieter Weber (Schriftführer).

Wolfgang Kerkhoff

[Dank an Rudi Strumm, Historische Kommission der SPD Saar, für nützliche Hinweise.]

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